Im Prolog sehen wir die letzten
Momente von Vincents Leben. Tief deprimiert äußert er seinen Hass auf die
Raben, die die Kornfelder zerfressen.Er leiht sich von seiner Hauswirtin eine
Pistole um sie zu erschrecken. In seinem Delirium sieht er die schwarzen,
drohenden Raben um ihn tanzen. Man hört einen Schuss; Vincent liegt im
Todeskrampf auf der Erde.
Die
erste Szene beginnt mit einem nach
seinem Tode stattfindenden Prozess, der von einem himmlischen Gerichtshof
verordnet worden ist. Vincent wird aufgefordert, sich zu entlasten, indem er den
Grund seiner Tat erläutern soll. Die Rolle des Strafverteidigers wird von
seinem Bruder Theo, der ihn schon immer und auf jede Weise unterstützt hatte,
übernommen.
In den darauffolgenden Szenen werden
die wichtigsten Episoden aus Vincents Leben gezeigt, eine lange Folge des
Scheiterns: zuerst als Angestellter eines Kunsthändlers, dann als
Französischlehrer und als protestantischer Prediger. Seine Liebesgeschichte mit
der Prostituierten Sien nimmt ein schlimmes Ende: er hatte sie mit ihrem
Töchterchen von der Strasse geholt und aufgenommen und versucht sie zum rechten
Weg zurückzufùhren. Aber sie verlässt ihn um ihren alten Beruf
wiederaufzunehmen. Auch seine Freundschaft mit dem Malerkollegen Gauguin endet
tragisch: nach einem heftigen Streit schneidet sich Vincent ein Ohr ab und
bringt es in ein Bordell.
Die Bürger des provenzalischen
Städchen Arles, wo er innerliche Ruhe und Inspiration zu finden erhofft hatte,
verjagen ihn als Verrückten. Vincent, dem es in seinem ganzen Leben nur
gelungen war, ein einziges Gemälde zu verkaufen, fällt in eine tiefe Depression.
Nachdem er in wenigen Tagen einige seiner ergreifendsten Werke gemalt hat,
erschießt er sich in einem von seinen geliebten Kornfeldern.
„Ich habe zusehr gelitten" sind
die Worte, mit denen er sich in dem Endsong entschuldigt.